Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mode & Stil - Frühjahr 2018

Smarte Begleiter

MODE TRIFFT TECHNIK: Sie können viel mehr, als nur die Zeit ansagen – Smartwatches werden als Alternative zur Armbanduhr immer beliebter.

Mit einem sanften Vibrieren am Handgelenk macht sie sich bemerkbar. „Lust auf ein bisschen Bewegung?“, fragt sie, zuerst ganz zurückhaltend. Eine Stunde später wird sie deutlicher. „Lass uns spazieren gehen!“, fordert sie auf und appelliert an das schlechte Gewissen: „Noch 250 Schritte!“ Mist – wieder das (selbst gewählte) Ziel nicht erreicht. Zu lang am Schreibtisch gesessen, statt immer mal wieder aufzustehen, ein Stückchen zu gehen und am Abend mit einem dicken Lob belohnt zu werden: „Was für eine Leistung!“ Nur weil man statt 10 000 Schritten 12 500 geschafft hat.

Smartwatches können wahre Motivationskünstler sein, hat eine Studie ergeben, die gerade im „British Journal of Sports Medicine“ erschienen ist – wenn man sie richtig einsetzt. Die Kunst sei, sich erreichbare Ziele zu setzen, empfehlen die Forscher. Für welches Modell man sich entscheidet, ist eine Frage von Geschmack, Budget und persönlichen Vorlieben. Denn die Funktionen der Smartwatches sind vielfältig: Neben Uhrzeit und Weckfunktion punkten sie mit Schritt-, Etagen und Kalorienzählern, sie erkennen Aktivitäten wie Joggen und Radfahren, viele zeichnen die Herzfrequenz auf oder können dank GPS den Weg weisen, und sie ergänzen das Smartphone, indem sie eingehende Anrufe und Nachrichten melden. Auch als Speicher- und Abspielmedien für Musik oder zum bargeldlosen Bezahlen taugen die smarten Begleiter mittlerweile. Und seit die Batterielaufzeiten akzeptable Ausmaße angenommen haben, ist auch ihre Beliebtheit rasant gestiegen. 

BILDER: look!/stock.adobe.com/Fossil  
BILDER: look!/stock.adobe.com/Fossil  
Allein Apple verkaufte 2017 mehr als 18 Millionen Apple Watches der Series 3 – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Interessantes Detail: Im Weihnachtsgeschäft brachte der Marktführer (er rangiert nach Absatzzahlen knapp vor dem Konkurrenten Fitbit) sogar mehr Produkte an den Mann und die Frau als alle Schweizer Uhrenhersteller zusammen. Was zu der entscheidenden Frage führt: Ist die Zeit der klassischen Armbanduhr abgelaufen? Auf gar keinen Fall, ist aus konservativeren Häusern wie Blancpain oder Breguet zu hören – schließlich verbinde ein Träger mit „seiner“ Marke auch immer ein Gefühl. Und tatsächlich haben die Smartwatches tendenziell eine sportliche und, nun ja, weniger hochwertige Optik als die deutlich teureren mechanischen Uhren mit Edelstahl- oder Edelmetallgehäusen, Perlmutt-Zifferblättern und Lederarmbändern. Tag Heuer ist dagegen in den Markt der „Wearables“ eingestiegen und bietet ein eigenes Modell an. Der Basispreis liegt bei rund 1300 Euro, wer Wert auf Weißgold und 589 Diamanten legt, zahlt 160 000 Euro.

Einen Vorteil haben die analogen Modelle gegenüber ihren digitalen Konkurrenten: den Datenschutz. Smartwatches sind wahre Datenkraken, die auch sensibles Material an die Server des Anbieters übertragen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat deswegen etliche Hersteller abgemahnt, Stiftung Warentest verteilte reihenweise schlechte Noten. Und dass nicht alles erlaubt ist, was technisch machbar ist, entschied die Bundesnetzagentur. Sie zog Kinderuhren, mit denen Eltern den Unterricht im Klassenzimmer mithören konnten, kurzerhand aus dem Verkehr.

Text: Ute Maag  

Erwachen 

Frühlingshaft. Die Sonne zeigt sich nun immer öfter mit intensiveren Strahlen nach den tristen und dunklen Wintermonaten – ein eindeutiges Zeichen: Der Frühling steht vor der Tür. Es fühlt sich an, wie ein Erwachen aus dem Winterschlaf. Damit einher geht der Wunsch, nach draußen zu gehen und zu genießen. Wie könnte das schöner funktionieren, als mit den neuesten Modetrends? Denn bald muss nicht mehr alles unter der dicken Winterjacke versteckt werden. Es ist Zeit, die Läden zu durchforsten und den Kleiderschrank mit Stücken und Accessoires der aktuellen Modetrends aufzupeppen. Mit den angesagten Smartwatches lässt sich beispielsweise damit auch noch der Fitness-Aspekt kombinieren. Auch „alte“ Stücke wie der Cardigan lassen sich immer wieder neu in Szene setzen. In den Auslagen der Geschäfte finden sich aber auch die neuesten Variationen dieses Klassikers. Wie auch immer und welcher individuelle Geschmack siegt, es macht jetzt einfach wieder Spaß, sich trendbewusst und frühlingshaft in Schale zu werfen.