Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Mannheimer Sänger und Songschreiber Phillip Allar ist überzeugt, dass die Popakademie talentierte Musiker fördert

AUSBILDUNG: Mannheim ist ein Magnet für junge Menschen, die schöpferisch tätig sind. Die Quadratestadt bietet eine Vielzahl von Stätten für kreative Berufe. Talentierte Musiker und Tanzinteressierte, angehende Designer, Schauspieler und Regisseure – sie alle können hier ihren Traum von einer Karriere wahr machen.


Von Georg Spindler 

Ich wollte immer schon in Mannheim studieren. Für mich gab es einfach keine Alternative.“ So wie den 25-jährigen Sänger und Songschreiber Phillip Allar zieht es viele junge Kreative in die Quadratestadt. Längst hat sie sich vom früheren Image des grauen Industriestandortes gelöst. Heute besitzt die Rhein-Neckar-Metropole einen glänzenden Ruf als Ausbildungsort für schöpferisch Tätige.

Die Popakademie hat als bundesweit einmalige Einrichtung die größte Medienresonanz gefunden. Zuletzt sorgte vor allem die inzwischen in Berlin lebende Sängerin Alice Merton mit ihrem fetzigen Hit „No Roots“ für Schlagzeilen. Sie hat in der „Poppe“, wie die Studierenden die Hochschule nennen, nicht nur ihre Mitmusiker, sondern auch ihr Management gefunden.

Den Traum von der großen Karriere verfolgt auch Allar. Der gebürtige Saarländer, der bereits mit 13 Jahren auf der Bühne stand, hatte sich schon 2011 an der Akademie beworben und eine Absage bekommen. „Damals habe ich mir fest vorgenommen: Irgendwann wirst du hier studieren“, erzählt er. Im Herbst 2017 hat es dann geklappt. Er sei viel reifer geworden, sagt der Musiker, der sich in der Zwischenzeit als Mediengestalter im Radiobereich ausbilden ließ und – auch während des Studiums – beim Saarländischen Rundfunk eine regelmäßige eigene Popsendung moderiert. In den zwei Semestern, die der Sänger und Komponist bislang in Mannheim absolviert hat, lernte er Musiker kennen, mit denen er eine Band gründen möchte. Wie sie klingen soll? Auf jeden Fall nicht so konventionell wie so viele Gruppen hierzulande „Ich habe mich ganz bewusst gegen die deutsche Pop-Poesie entschieden“, erklärt Allar süffisant. „Ich singe auf Englisch. Da kann ich mich einfach besser ausdrücken“, sagt der junge Mann mit den wachen Augen.

Wichtig ist ihm, dass seine Musik authentisch klingt und aktuell ist: „Sie muss nach Jetzt klingen. Und persönliche Geschichten erzählen“, betont er. Deshalb hat er immer ein Notizbuch in seiner Tasche, um spontan Stimmungen, Textzeilen oder Skizzen aufzuschreiben.

Workshops, in dem ihm Dozenten beibringen, wie man Popsongs schreibt, hat er schon besucht. Dass man Kreativität lernen kann, glaubt er nicht. „Aber man kann Kreativität fördern“, findet er. Und die Popakademie biete in dieser Hinsicht ideale Möglichkeiten. „Du hast hier die besten Connections“, sagt Allar.

„Connections“ – das heißt Verbindungen; zu Musikern, aber auch zu Leuten aus der Musikwirtschaft. „Das ist ein großer Vorteil: Du bist hier nicht nur mit den verrückten Kreativen zusammen“, meint er schmunzelnd, „sondern auch mit den Businessleuten, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen.“

Die Popakademie ist die jüngste Ausbildungsstätte für kreative Berufe in Mannheim – aber bei weitem nicht die einzige. Die Stadt verfügt in diesem Bereich über viele weitere Institutionen. Die traditionsreichste ist die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.

Ihre Ursprünge reichen bis in die Zeit von Kurfürst Carl Theodor und die „Mannheimer Tonschule“ im 18. Jahrhundert zurück. Auch sie gilt als Brutstätte hervorragender Talente. Sie hat nicht nur reihenweise exzellente Orchestermusiker und Solisten im Bereich der klassischen Musik hervorgebracht. Auch die Absolventen des Jazzstudiengangs genießen bundesweit ein besonderes Renommee. Und die Akademie des Tanzes gilt als wahre Kaderschmiede. Absolventen sind in bedeutenden Kompanien im In- und Ausland aktiv.

Ähnlich renommiert ist die an der Hochschule Mannheim angesiedelte Fakultät für Gestaltung. Sie vermittelt Kenntnisse in Bereichen wie Kommunikationsdesign, Raumgestaltung, Fotografie oder dreidimensionale Visualisierung. Studierende entwerfen Plakate (etwa für die Frankfurter Buchmesse), Videoprojektionen und komplette Werbekampagnen für ein Produkt. Sie gestalten aber auch Arbeiten zu politischen Themen wie Migration, Brexit oder Heimat. Alljährlich stellen die jungen Designer ihre Werke im Mannheimer Kunstverein aus; immer wieder ist dies eine Attraktion im Kulturprogramm der Stadt.

Zu erwähnen sind auch staatlich anerkannte Ausbildungseinrichtungen in der Trägerschaft von Vereinen. Zum Beispiel die Freie Kunstakademie Mannheim. Sie bietet ein Vollstudium im Bereich Bildende Kunst sowie als Zusatzqualifikation den Studiengang Kunstpädagogik. Zu den ehemaligen Studenten, die sich im Kunstbetrieb etablieren konnten, zählen mehrfach prämierte Künstlerinnen und Künstler wie Sophie Sanitvongs, Maria Kropfitsch, Martin Liebscher oder Michael Volkmer.

Als Berufsfachschule für Schauspiel und Regie ist die Theaterakademie Mannheim anerkannt. Viele ihrer Schauspiel-Absolventen haben nach ihrer Ausbildung feste Engagements bekommen; etwa beim Landestheater Eisenach, am Theater Magdeburg oder am Theater für Kinder in München. Außerdem sind viele Absolventen in der freien Szene der Region aktiv, beim Mannheimer Theater in G 7, am Speyerer Zimmertheater oder im Sandkorntheater in Karlsruhe.

Zurück zu Phillip Allar von der Popakademie. Nach Beendigung seines Studiums bietet Mannheim ihm und seinen Kollegen weitere Berufsmöglichkeiten. Die Stadt hat mit einer Vielzahl von Gründungszentren wie dem Musikpark oder dem CHub eine weit verzweigte Infrastruktur zur Förderung der Kreativwirtschaft aufgebaut. Deswegen kommen nicht nur viele Kreative nach Mannheim – sie bleiben auch hier.

Was ich an Mannheim liebe...

Thomas Sprengel
Geschäftsführung, Event & Promotion Mannheim

BILD: PRIVAT/SPRENGEL
BILD: PRIVAT/SPRENGEL
„Ich bin in Mannheim geboren und in der Schwetzingerstadt aufgewachsen. Mit dieser Zeit sind für mich nicht nur viele Erinnerungen an den Stadtteil selbst mit dem Luisenpark und dem Friedensplatz vor dem heutigen Technoseum, sondern zum Beispiel auch an das Strandbad, den Stollenwörthweiher und an das frühere Tulla-Gymnasium verbunden. Diese Erinnerungen trägt man immer bei sich, unabhängig davon, wo man sich gerade aufhält oder lebt. Daneben ist auch der Mannheimer Dialekt, den man zum Beispiel im Urlaub am Nebentisch hört, ein unverwechselbares Stück Heimat, dem man auf der ganzen Welt begegnen kann.“
Datenschutz