Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

"Die Planken sind das Wohnzimmer der Mannheimer", so Lutz Pauels von der Werbegemeinschaft Mannheim-City

SHOPPING: Die Planken sind das Wohnzimmer der Mannheimer, sagt Lutz Pauels. Er muss es wissen. Seit 16 Jahren führt er die Werbegemeinschaft Mannheim-City.


Von Ute Maag 

Seit Jahr und Tag steht die große Uhr auf dem Mannheimer Paradeplatz. Ein Fixpunkt, aber leider ein bisschen in die Jahre gekommen. „Sanierungsbedürftig“, sagten die Experten, als sie das Fundament im Zuge der Neugestaltung der Planken unter die Lupe nahmen. Kann sie, soll sie also weichen, wenn ohnehin alles neu und schön gemacht wird? „In diesem Zusammenhang wurde die Frage laut, ob man heutzutage dort noch eine Uhr braucht“, erinnert sich Lutz Pauels an die Beratungen. „Allerdings haben wir dieses Thema sofort wieder beendet. Dass sie bleiben muss, stand außer Frage.“ Denn die weithin sichtbare Uhr ist weit mehr als nur eine Zeitansage – so wie die Mannheimer City weit mehr als eine Einkaufsmeile ist.

„Man darf ja nicht vergessen, dass die Innenstadt mit rund 33 500 Einwohnern Mannheims zweitgrößter Stadtteil ist“, verdeutlicht Pauels: „Das ist im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten ungewöhnlich.“ Entsprechend sei das Gebiet zwischen Schloss und Neckar, zwischen Wasserturm und Rhein ein Ort nicht nur zum Shoppen, Ausgehen und Arbeiten, sondern vor allem auch: zum Leben.

Lutz Pauels BILD: TRÖSTER
Lutz Pauels BILD: TRÖSTER
Lutz Pauels ist eine Art „Mr. City“. Seit 16 Jahren führt er die Vereinigung Werbegemeinschaft Mannheim-City mit über 300 Mitgliedern. Er kam damals von außen in die Interessenvertretung hinein, war gerade aus dem Vorstand des Eissportvereins MERC ausgeschieden. Dass er als gebürtiger Neckarauer und begnadeter Netzwerker Stadt und Leute kannte, war von Vorteil, und dass er eben kein Einzelhändler war, sicher kein Nachteil: „Dadurch war ich immer über den Verdacht erhaben, persönliche Interessen zu verfolgen.“ Ein höchst persönliches Interesse hat er aber schon: die City seiner Heimatstadt als lebenswerten Ort zu erhalten, den Händlern beste Bedingungen und Kunden aus der Stadtbevölkerung und dem Umland ein Erlebnis mit Ausflugscharakter zu bieten. „Generationen von Mannheimern verbinden mit dem Satz ‚Heut gehn wir in die Stadt’ Emotionen, Heimatgefühle, ein Lebensgefühl. Das macht unsere City so attraktiv“, sagt er. Damit das so bleibt, engagiert sich die Werbegemeinschaft im Dialog mit den Bürgervereinen der Innenstadt und der Verwaltung. Pauels’ Devise: „Das Ziel muss sein, allen gerecht zu werden: den Menschen, die hier leben, denen, die hier arbeiten und auch den Besuchern, die tagsüber zum Einkaufen und abends zum Ausgehen zu uns kommen.“

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Gerade was die Gastronomie angeht, sieht Pauels eine sehr positive Entwicklung. „Die Zahl und Qualität der Restaurants und vor allem der Cafés ist gewachsen, wir haben eine Kaffeehauskultur, die sich sehen lassen kann“, betont er. Von den sternedekorierten Restaurants Opus V, Le Corange und Emma Wolf über alteingesessene Gasthäuser bis hin zu Traditionscafés und jungen hippen Läden reicht das vielfältige Angebot – immer mehr Möglichkeiten zum Draußensitzen prägen das sommerliche Flair. Auch der Besuch des samstäglichen Markts sei für viele Mannheimer ein gut gepflegtes Ritual, so Pauels, „und ganz grundsätzlich von Vorteil sind natürlich die kurzen Wege: Rund um den Paradeplatz ist in einem Radius von 500 Metern alles zu erreichen.“ Auch viele inhabergeführte Geschäfte, die in den Seitenstraßen der Haupteinkaufsmeile ihre Nischen finden. Dass auf den Planken seit geraumer Zeit gebuddelt und gebaggert wird, was das Zeug hält, verlangt dem 71-Jährigen erhöhten Einsatz ab. Die Werbegemeinschaft spricht mit bei Planung und Durchführung, „unsere Arbeit ist mit den Jahren politischer geworden“, bestätigt Lutz Pauels. Oft jagt eine Gremien- und Krisensitzung die nächste, doch der Aufwand zahle sich aus, da ist er sicher: „Wir werden gehört und haben zusammen mit den Bürgervereinen auch viel erreicht. Die Neugestaltung der Planken ist eine Mammutaufgabe. Aber sie ist nötig und sie wird ein Erfolg, der der Stadt einen weiteren Schub geben wird.“ Dass die Diskussion über Sinn und Unsinn, Pflaster, Bänke und Bäume so engagiert und bisweilen auch emotional geführt wird, zeigt ihm vor allem: „Die Erwartungen sind sehr groß. Die Planken sind, wenn man so will, das Wohnzimmer der Mannheimer. Und sein Wohnzimmer will man schön haben.“

Im kommenden Frühjahr soll es endlich soweit sein. Keine Bagger mehr, kein Lärm, kein Dreck. Alles neu im Wohnzimmer. Und die Uhr am Paradeplatz bleibt auch erhalten. Ohne Diskussion. Denn sie verkündet ja weit mehr als nur die Zeit. Selbst Pauels hat sich unter ihr schon verabredet: „Wo treffen wird uns? Am Paradeplatz, an der Uhr. Mehr muss man nicht sagen.“

Was ich an Mannheim Liebe...

Stefany Goschmann
Geschäftsführung
MAG Mannheimer Ausstellungs-GmbH

BILD: PRIVAT
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