Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Mannheimer Existenzgründungspreis MEXI für Freiberufler und Unternehmer

MEXI: Von der Kontaktlinse für das Ohr bis zu E-Paper-Displays auf Lastwagen als Werbefläche – der Mannheimer Existenzgründungspreis treibt zukunftsweisende Ideen voran. Davon profitieren die Stadt der Visionäre und die Gründer gleichermaßen.


Von Dennis Christmann  

Schon vor mehr als 400 Jahren beschritt man am Zusammenfluss von Rhein und Neckar ungewohnte Wege, als Kurfürst Friedrich IV. Mannheim mit einem schachbrettartigen Grundriss gestalten ließ. Zweifelsohne ist Mannheim eine Stadt der Visionäre. „Mannheim hat als Erfinderstadt eine lange Tradition: Angefangen beim Fahrrad, über den elektrischen Aufzug, das Auto, den Traktor oder das erste funktionsfähige Raketenflugzeug, das nächstes Jahr sein 90. Jubiläum feiert, bis hin zu dem vor 140 Jahren geborenen Karl Friedrich Marguerre, Pionier der Elektrotechnik und damaliger Leiter des Großkraftwerks Mannheim, der als Vater der Mannheimer Fernwärme gilt“, betont Matthias Henel vom Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim. „Diese Tradition setzt sich bis heute fort und zeigt sich an den zahlreichen Start-ups mit ihren innovativen Ideen.“

Was Gründungen angeht, ist Mannheim durch die vielen von der Stadt gebauten Gründungszentren und lokalen Fördermaßnahmen landesweit seit Jahren in der Spitzengruppe der Gründungsstädte vertreten. „Gründungen schaffen Arbeitsplätze, vor allem in innovativen Branchen, sind der Mittelstand der Zukunft und leisten einen Beitrag zum Strukturwandel“, führt Henel aus. Somit beschleunigten sie den Schritt hin zur Dienstleistungsgesellschaft und trügen dazu bei, den Wirtschaftsstandort Mannheim zukunftssicher aufzustellen. Dieses Selbstverständnis als Gründungsstadt spiegelt sich noch in einem weiteren Punkt wider: Als erste Kommune Baden- Württembergs hat Mannheim einen Beteiligungsfonds zur Existenzgründungsförderung ins Leben gerufen. „Durch den Beteiligungsfonds Wirtschaftsförderung Mannheim kann eine Finanzierungslücke bei innovativen Gründungen geschlossen werden, indem zwischen 50 000 und 200 000 Euro Wachstumskapital als Beteiligung zur Verfügung gestellt werden kann“, erläutert Henel. Das helfe jungen Unternehmen, erste Wachstumsschritte zu vollziehen und weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Das Problem der Wachstumsfinanzierung durch Risikokapital kann damit vor Ort gemildert werden. „Es ist ein wichtiges Hilfsmittel im Werkzeugkasten aller lokalen und regionalen Förderinstrumente in Mannheim“, resümiert Henel.

Ohnehin ist die städtische Wirtschaftsförderung mit ihrem Beratungsangebot eine wichtige Anlaufstelle für Gründerinnen und Gründer. Sie erstellt Konzepte zur Förderung von Gründungen und setzt diese nach Möglichkeit um. Dabei werden laut Henel Fördertöpfe der EU, des Bundes und des Landes mit ins Boot geholt, „um den Hebel kommunaler Fördermittel zu vergrößern“. In den vergangenen Jahren wurden viele lokale Partner vernetzt, die sich gemeinsam um die Entstehung und ständige Verbesserung des lokalen Ökosystems bemühen.

Ein besonderer Leuchtturm der Start-up- Förderung in der Quadratestadt ist der 2005 erstmals verliehene Mannheimer Existenzgründungspreis (MEXI). „Zum einen wird der Fokus durch einen qualitativ hochwertigen Existenzgründungspreis auf die Quantität, vor allem aber auf die Qualität des Gründungsgeschehens in Mannheim gelegt“, hebt Matthias Henel hervor. Zum anderen schaffe die Auszeichnung „Best-Practice-Beispiele, die Vorbild für andere sein können, ihre eigene Gründungsidee zu suchen und umzusetzen“. Heute ist der MEXI Henel zufolge der größte lokale Existenzgründungspreis Deutschlands. „Die prämierten Gründungen besitzen eine Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus.“

BILD: FREEPIK.COM
BILD: FREEPIK.COM
Neben der Stadt profitieren selbstverständlich auch die Preisträger: Sie erhalten seit der Aufteilung in Kategorien vor fünf Jahren jeweils 10 000 Euro Preisgeld, die sie sinnvoll in ihre Weiterentwicklung investieren können. Zudem erhalten seit vier Jahren alle ausgezeichneten Gründer einen professionell und individuell gestalteten Imagefilm. „Neben der Preisskulptur bekommen die Unternehmen auch öffentliche Aufmerksamkeit durch begleitende Maßnahmen der Wirtschaftsförderung und der Sponsoren, unter anderem durch die Preisverleihung beim Mannheimer Wirtschaftsforum“, so Henel. „Das Label ,MEXI-Sieger‘ behalten sie für immer und zeigen damit die Exzellenz ihres Unternehmens. Beim Wirtschaftsforum werden die Finalisten aller Kategorien präsentiert, wie der verantwortliche Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung weiter ausführt. Diese Unternehmen und die vielen weiteren guten Bewerbungen würden in der Folge auch in den Publikationen der Wirtschaftsförderung veröffentlicht.

Die Bandbreite der Ausgezeichneten ist enorm: Sie reicht von einer „Hörkontaktlinse“ – auf dem Trommelfell platziert und äußerlich unsichtbar (Vibrosonic) – über E-Paper-Displays auf Lastwagen als Werbefläche (RoadAds interactive) und Echtzeit-Datenauswertungen und Prognosen für den Handel (OPAL) bis hin zu extravaganten und zugleich exklusiven Herrensocken (Von Jungfeld). „Alle Preisträger der vergangenen Jahre entwickeln sich beständig weiter und sind stabil am Markt“, zeigt sich Henel zufrieden. Nicht zu vergessen sind die Unternehmen, die bei starker Konkurrenz nicht zum Preisträger gewählt wurden. Auch darunter sind Unternehmen mit großem Arbeitsplatzwachstum und Stärke in ihrem jeweiligen Marktumfeld.“

Bei einem erfolgreichen Gründungsunternehmen komme es sehr stark auf die erfolgreiche Marktorientierung an, unterstreicht Henel. „Gute Konzepte und Innovationen sind noch lange nicht erfolgreich, wenn das Produkt oder die Dienstleistung nicht erfolgreich am Markt platziert wird. Es ist somit entscheidend, dass der Wettbewerb von einer stark praxisorientierten Jury begleitet wird.“ Die Sponsoren – in diesem Jahr Roche in der Kategorie Technologie und die Sparkasse Rhein Neckar Nord in der Kategorie Dienstleistungen – sind Teil der Jury. Zudem können sie auch nach der Bewerbungsphase mit ihren Möglichkeiten die Anwärter als Pate unterstützen.

Die Verleihung des MEXI 2019 findet am 21. November statt, die Bewerbungsfrist endet am 31. August. Bewerben kann sich jeder Freiberufler oder jedes Unternehmen, das nach dem 31. März 2015 gegründet wurde und das zum Zeitpunkt der Bewerbung seinen Sitz in Mannheim hat. Zudem sollte es sich nach Angaben der Wirtschaftsförderung einer der beiden Kategorien zugehörig fühlen. „Wir empfehlen auch sehr jungen Unternehmen oder solchen, die sich nicht sicher sind, ob sie innovativ genug sind, sich zu bewerben“, ermutigt Matthias Henel. „Das Feedback zur Bewerbung können die Unternehmen für ihre Zukunft nutzen und sich auch in den Folgejahren, sofern die Voraussetzungen noch erfüllt sind, wieder bewerben.“ Zudem, so Henel, zähle vor allem, wie das Unternehmen am Markt agiert oder agieren möchte. „Jedes Unternehmen gewinnt also bei einer Bewerbung – ob es die Finalrunde erreicht oder nicht.“

Was ich an Mannheim liebe...

Horst Hamann
Fotograf

BILD: AX–HHAMANN
BILD: AX–HHAMANN
„An Mannheim liebe ich schon immer den illuminierten Wasserturm und eine frische Grimminger-Brezel. Doch dankbar bin ich für die Tatsache, dass die Stadt, die Menschen und vor allem meine Mutter mir das Rüstzeug für die große weite Welt mitgegeben haben: Toleranz, Neugierde, Respekt und einen gesunden Schuss Humor und Selbstironie. Nur so konnte ich in New York überleben, bestehen und unverdorben zurückkommen. Mein ganzes Leben spielt auf dieser Achse. Meine Frau und meine zwei Söhne wurden mir auf diesem Weg geschenkt. Die Reise geht weiter – the best ist coming! Sicher ist – zwischen der Heimatstadt und der Wahlheimat wird es nach „MA_NY“ neue Anknüpfungspunkte geben. Die faszinierende Welt der Fotografie macht es möglich. Just think vertical!“

Preisträger

● Mr. Trip
● covexo
● Vibrosonic
● IOXP
● RoadAds interactive
● Herrenfahrt
● OPAL
● CONIAS Risk Intelligence
● love me cakes
● monomer
● contagt
● Von Jungfeld
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