Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Michael und Melanie Künzler wohnen im Mannheimer Stadtteil Franklin und fühlen sich trotz fehlender Infrastruktur wohl

LEBEN AUF DER GROSSBAUSTELLE: Michael und Melanie Künzler haben mit ihren Kindern im Stadtteil Franklin vor einem halben Jahr eine neue Heimat gefunden. Trotz Bauarbeiten und noch fehlender Infrastruktur fühlt sich die Familie dort wohl.


Von Larissa Hamann 

Kräne überragen die Häuser, Lastwagen brettern über den unbefestigten Boden, es staubt, und die Motoren der Baufahrzeuge dröhnen. Michael und Melanie Künzler leben mit ihrer 16-jährigen Tochter Alicia, der vierjährigen Sophie, dem zweijährigen Jay und ihrem zehnjährigen Sohn Kevin auf Franklin.

„Wir sind froh, hier zu wohnen. Wir grillen mit den Nachbarn und haben immer Spaß“, freut sich Melanie Künzler. Besonders für die Kinder sei es schön: „Sie gehen nur noch raus“, erzählt die 36-Jährige. Im Januar zog die Familie auf die Konversionsfläche, da sie sich in Käfertal, wo sie vorher wohnte, nicht wohlfühlte. „Es war nicht mehr so schön wie früher. Hier ist es kinderfreundlicher und ein bisschen gehobener“, erzählt Melanie Künzler. Sie kümmert sich um die Kinder, ihr Mann Michael arbeitet als Gebäudetechniker bei Daimler. Außerdem erledigt er rund um ihr neues Heim hausmännische Arbeiten. Er legt beispielsweise die Rasenfläche hinter dem Haus neu an. Abgesehen davon gibt es noch nicht viel Grün in der Siedlung. Graue unasphaltierte Wege führen zu den Häusern. Die Straßenschilder fehlen noch. Auf dem Weg durch die Siedlung verlieren Besucher leicht die Orientierung. Bis 2025 sollen die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Benjamin Franklin Village, in dem amerikanische Soldaten wohnten, abgeschlossen sein. Inmitten der Baustelle stehen zwei Häuserreihen: ehemalige Kasernen, die nicht abgerissen, stattdessen kernsaniert wurden. Dort haben sich die Künzlers in einer fünfeinhalb Zimmer großen Wohnung eingerichtet. „Unsere Nachbarn sind fast nur Familien, ein paar WGs. Hier leben viele Nationalitäten: Portugiesen, Kolumbianer, Bulgaren. Es ist fast alles vorhanden, sogar Flüchtlinge wohnen hier.


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Wir verständigen uns mit Händen und Füßen,“ sagt Melanie Künzler. Dass die Nachbarn sich trotz verschiedener Hintergründe gut verstehen, zeigt sich direkt: Theresa Pizarro, die Anfang des Jahres von Portugal nach Mannheim zog, schaut bei Familie Künzler vorbei. „Wir trinken zusammen Kaffee, und sie macht Essen aus ihrem Heimatland“, erklärt Melanie Künzler.

Von draußen ist ständig ein gleichmäßiges Brummen zu hören. „Man gewöhnt sich an den Krach und den Staub“, sagt Melanie Künzler. Dass die Kinder im Moment über die Großbaustelle zur Schule und zum Kindergarten laufen müssen, stört Michael Künzler aber.

Die Arbeiten am Rande Mannheims sind eines der größten städtebaulichen Vorhaben in Deutschland. Kindergärten, eine Grundschule und verschiedene Wohnmöglichkeiten sollen dort nach Plänen der Stadtverwaltung entstehen. „Wenn es hier so wird, wie es auf den Plänen aussieht, dann wird das wirklich eine schöne Siedlung“, sagt Michael Künzler.

Was ich an Mannheim liebe...

Dekan Ralph Hartmann
Evangelische Kirche Mannheim

BILD: EKMO/TIMO HECHT
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„…sind natürlich die Menschen. Unsere Kurpfälzer Art: Dass wir so gerne kommentieren, was um uns geschieht – meist herzlich gemeint, oft schlagfertig. Das macht auch unsere interkulturelle Kompetenz aus. Ich liebe es, am Strandbad zu sitzen und dem Rhein zuzuschauen. Der Wasserturm, samstags der Marktplatz – auch das ist Heimat. Und unsere Kirchen sind Heimatorte. Hier bin ich getauft, konfirmiert, und getraut. Hier verbindet sich meine kleine Lebensgeschichte mit der großen Weltgeschichte und dem Urgrund allen Lebens. Hier fügt sich Sonntag für Sonntag mein kleiner Alltag in das große Ganze ein.“
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