Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mannheim - Meine Heimat

Fotograf Alessio Troncone hat sich in der Mannheimer Künstlerszene bereits einen Namen gemacht

PERSPEKTIVE: Alessio Troncone ist erst 21 Jahre jung, doch in der Mannheimer Künstlerszene hat er sich bereits einen Namen als Fotograf gemacht.


Von Mira Ziegler 

Quadratisch, lebendig, kreativ – unser Titelbild zeigt Mannheim von seiner besten Seite. Der urbane Mannheimer Fotograf Alessio Troncone hat für diese Beilage die Quadratestadt eindrücklich festgehalten. Im Gespräch erinnert sich der erst 21-Jährige , wie er seine Eltern schon früh mit der Kamera genervt hat, und erklärt, was Mannheim für aufstrebende Künstler und Jugendliche zu einem so besonderen Ort macht.

Herr Troncone, wann hatten Sie Ihre erste Kamera in der Hand?

Alessio Troncone:
Schon als kleines Kind habe ich im Urlaub mit meinen Eltern deren Videokamera bewundert. Bei jeder zweiten Aufnahme bin ich im Hintergrund und sage, dass ich auch mal will. Mit elf bekam ich dann meine erste eigene Kamera und habe gemerkt, dass das Fotografieren voll mein Ding ist. Mit 13 konnte ich sie nicht mehr aus der Hand legen und habe meine Familie regelrecht terrorisiert. Trotzdem haben sie mich immer unterstützt, auch finanziell, denn eine richtige gute Kamera kostet schon einiges.

Sie sagen, dass Sie niemals still stehen bleiben möchten. Wie drücken Sie das in Ihrer Fotografie aus?

Troncone: Ich will mich selbst immer wieder neu erfinden. Das bedeutet auch neue Technik, neues Equipment und schlicht neue Möglichkeiten. Ich befürchte, wenn ich mich nicht selbst ansporne, mich weiterzuentwickeln, bin ich irgendwann festgefahren und bleibe stehen. Das sähe man dann sicher auch in meinen Bildern. Daher habe ich den Drang, immer besser zu werden.

Sie sind ja noch jung. Inwiefern hat sich Mannheim Ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren verändert? Wie empfinden Sie diesen Wandel?

Troncone: Mannheim hat sich sehr gewandelt, zumindest seit ich es mitbekomme, ich bin ja erst 21. Aber auch aufgrund dieses Wandels habe ich meinen Lebensmittelpunkt in Mannheims Mittelpunkt. Die Stadt wird immer kreativer und durch diesen innovativen Geist entsteht eine tolle Gründerszene, besonders im Jungbusch. In Mannheim wird das Aufeinanderprallen von Welten positiv genutzt und das zieht Musiker, Künstler und auch Überlebenskünstler an.

Was macht Mannheim für die Jugend lebenswert? Könnten Sie sich vorstellen, für immer in Mannheim zu leben?


Troncone: Hier hat man alle Möglichkeiten, die man braucht – beruflich, privat, kreativ. Meiner Meinung nach kann Mannheim mit anderen Großstädten locker mithalten. Daher habe ich auch nicht das Bedürfnis, hier wegzuziehen. Im Gegenteil, zurzeit tue ich alles dafür, um hierzubleiben.

Ihre Bilder zeigen viele urbane Motive. Haben Sie Ihr fotografisches Herz an Mannheim verloren?

Troncone: Ja, so könnte man es sagen. Das Besondere an dieser Stadt und für mich als Fotograf ist, dass man alles, was es hier gibt und was hier passiert, immer aus neuer Perspektive entdecken und erleben kann.

Auf Ihren Bildern sind oft Menschen zu finden. Wie empfinden Sie die Mannheimer Bevölkerung?

Troncone: Ich denke, das kann man am besten zusammenfassen, wenn man sagt: Die Mannheimer sind ehrlich. Ich sehe einen Mann vor mir, der seit 30 Jahren bei Benz arbeitet, bodenständig ist und nicht auf den Mund gefallen – stolz, aus Mannheim zu sein. Wie alle Mannheimer (Troncone lacht). Viele sagen, Heidelberg wäre die schönere Stadt, aber eben nur oberflächlich betrachtet. Bei Mannheim zählen die inneren Werte, und die sieht man nur, wenn man mal hier war.

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Wie repräsentieren Sie Ihre Stadt als Künstler? Sind Sie ein echter Mannheimer?

Troncone: Mit meiner Fotografie. In den sozialen Medien bekomme ich dazu das meiste Feedback. Als ich mal ein Bild vom Wasserturm gepostet habe, wurde das sofort von der MVV verlinkt und von vielen Mannheimern kommentiert, die sich darüber freuten. Ich bin definitiv ein echter Mannheimer. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, aber ich glaube, selbst wenn man erst hierherzieht – sobald man hier mit den Menschen lebt und umgeht, die Mentalität erlebt, wird man ganz schnell ein Mannheimer.

Was bedeutet das Titelbild für Sie?

Troncone: Ich finde Perspektive unfassbar spannend. Trotz der Industrie im Hintergrund fasziniert die urbane Romantik mit dem Wahrzeichen in der Mitte. Auf diesem Bild sind auch die Quadrate gut zu sehen. Ich war gerade erst in Barcelona, da habe ich mich gut zurechtgefunden (lacht). Auch wenn ich gerne andere Städte besuche, ich finde es immer gut, zurückzukommen, denn hier ist mein Zuhause.

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