Sonderveröffentlichung
Themenspecial Mode & Stil Herbst & Winter 2018

Ein Mann, ein Bart

Gesichtsbehaarung: Ein untrüglich männliches modisches Statement 

Der Hype hält an, keine Frage. Seit Jahren schon ist der Bart als untrüglich männliches modisches Statement rund um aller Munde. Und es könnte sein, dass in den kommenden Wochen noch mehr Männer auf die Idee kommen, ihre Gesichtsbehaarung einen Monat lang stehen zu lassen. Grund ist die Aktion „Movember“, eine Kneipenidee zweier australischer Jungs vor 15 Jahren: Sie überzeugten 30 Freiwillige, sich im November einen „Moustache“, also Schnurrbart, wachsen zu lassen, um damit auf das Thema Männergesundheit aufmerksam zu machen. Mittlerweile sprießt die haarige Aktion weltweit: Schon fünf Millionen Männer beteiligten sich. Die Aufmerksamkeit für Prostata- und Hodenkrebs sei dadurch gewachsen, sagen die Initiatoren – und die Welt hat einige Bärte mehr, die einfach nicht mehr abrasiert wurden. Es wird aber niemand zum Schnurrbart gezwungen, denn die Bartmode wird von Jahr zu Jahr vielfältiger. Ob Drei-, Fünf- oder Zehntagebärte, die üppige Hipsterwolle oder das messerscharf rasierte Kinnbärtchen: Erlaubt ist, was gefällt und was der natürliche Wuchs hergibt.

Den „Bart des Jahres“ 2017 trug der Stuttgarter Ballettchoreograph Eric Gauthier, befand der Bart- und Kulturclub „Belle Moustache“ aus Leinfelden-Echterdingen, der auch schon die „Bartträger mit Vorbildcharakter“ Mario Adorf, Heiner Brandt, Harald Glööckler und Johann Lafer ausgezeichnet hatte. Ende 2018 könnte nun ein neuer Schnitt das Rennen machen: das klassische V vom Kinn bis zu den Schläfen – mit dem Trimmer kurz gehalten und in sicherem Abstand zu den Mundwinkeln verlaufend. Der Effekt: ein breites, maskulines Kinn. Ein Mann, ein Bart eben. Ute Maag

Auf weissen Sohlen

Schuhe: Die Mode für Herbst und Winter hält Überraschungen bereit. Und eine neue Trendfarbe.

Es gab eine Zeit, da stand, wer weiße Pumps an den Füßen hatte, im Verdacht, seine Brautschuhe aufzutragen. Ein No-Go. Doch was in den 80ern ging, geht heute wieder: Weiße Pumps erobern die Catwalks zurück. Vorne spitz zulaufend, hochgeschlossen bis zur Mitte des Spanns oder auch als Slingpumps mit offener Ferse – es gibt sie in vielen Varianten, und sie sind farblich in guter Gesellschaft, denn Winterweiß ist, neben Grau-, Pastell- und Rottönen, die Modefarbe der Saison. An aller Art von Schuhwerk, das in den kommenden Monaten Damenfüße zieren wird.

Stiefel stehen nun in allen Höhen und Stilen in den Läden. Als Overknees ebenso wie als Ankle Boots, deren Schaft sich plötzlich auch wieder an den 80er Jahren orientiert und sich weitet – allerdings weniger, um Hosenbeine zu beherbergen, sondern in Kombination mit körpernahen Midi-Kleidern. Outdoorboots sind flauschig gefüttert mit Lammfell oder Fake Fur, der auch mal leuchtend blau hervorblitzt. Die Sohlen sind dick und rutschfest, aber dennoch leicht, Absätze nicht selten Kunstwerke für sich: eher massiv, aber überraschend geformt oder farblich abgesetzt. Die Schäfte dürfen durchaus Ton in Ton oder sogar im selben Muster gehalten sein wie der Rest des Outfits, die sportlichen Modelle zitieren das Design von Motorradstiefeln – mit flacher Sohle, zum Teil in Bi- oder Tricolor-Optik und gerne auch geschnürt. Schon mal da gewesen sind auch Cowboystiefel, die, verziert mit Schnallen, Metallteilen oder bestickt, mit Hosen, Röcken und Kleidern kombiniert werden und damit zu einem der wichtigsten Trends der Saison werden – neben den „Sock-Boots“, deren Schaft elastisch ist und den man tatsächlich überstreift wie einen Strumpf, an dem ein Schuh hängt, der flach und sportlich sein kann, aber auch sehr elegant und feminin.

Während Tom Ford sich beim Design seiner Slingbacks mit Kitten Heels von den 60er Jahren inspirieren ließ und Samt, Brokat und Jacquardmuster edle Akzente mit Retro-Anklängen setzen, blicken andere Designer eher nach vorne: Transparente Materialien geben den Blick auf Socken frei und sind mit Nieten aus Metall besetzt, was sie futuristisch wirken lässt. Gucci wiederum blickt nach oben: Die neuen Sneaker des Hauses sehen aus wie die kleinen Brüder von Bergschuhen. Mit klobigen Sohlen – aber citytauglich verziert mit glitzernden Steinen. Ute Maag

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