Sonderveröffentlichung
Themenspecial 50 Plus

Musiklegenden vom Schicksal zusammengebracht

MUSIK: Nach über 20 Jahren gehen vier der früheren Mitglieder der „Gypsie Kings“ wieder gemeinsam auf Tour. Wie Chico Bouchikhi im Interview berichtet, bringen „The Original Gypsies“ mit ihren feurigen Flamenco-Rhythmen und Hits wie „Bamboleo“ oder „Volare“ den Sommer zurück.


Von Lena Görge     

Nach 20 Jahren gehen Sie wieder gemeinsam auf Tour. Auf was darf sich das Publikum am 4. Oktober in Stuttgart und am 6. Oktober in Frankfurt am Main freuen?

Chico Bouchikhi: Auf eine große Überraschung. Es ist ein zweistündiges Konzert, bei dem 15 Musiker auf der Bühne stehen – zehn Gitarristen und Sänger sowie fünf Begleitmusiker. Mit dabei sind natürlich alle großen Hits, plus viele neue Lieder.

Wie fühlt es sich an, nach einer so langen Pause wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen?

Bouchikhi: Ich bin sehr glücklich. Dieses Abenteuer mit meinen Brüdern und Schwagern, den alten Bandmitgliedern, zu bestehen, ist mir eine große Freude, und diese Freude wird sich auch auf das Publikum übertragen.

Was hat Sie dazu bewegt, wieder gemeinsam aufzutreten?

Bouchikhi: Das Schicksal hat uns wieder zusammengebracht. Seit 40 Jahren sind wir zusammen als Brüder. Unsere ganz großen Hits sind über 30 Jahre her. Und jetzt sind es 26 Jahre, in denen wir nicht mehr zusammen gespielt haben. Die positive Energie, die beim gemeinsamen Musizieren entsteht, soll das Publikum wieder erleben dürfen.

Nehmen Sie die Konzerte heute anders wahr als früher?

Bouchikhi: Die Energie und der Spirit der Musik sind immer noch wie damals. Es gibt diese neuen Arrangements und Titel, die das ein bisschen modernisieren, aber eigentlich ist es im Kern wie immer.

Ihre Musik ist eine Mischung aus Flamenco, Rumba und Pop mit den verschiedensten Einflüssen. Von welchen Musikstilen haben Sie sich für ihr neues Album inspirieren lassen?

Bouchikhi: Also, primär sind das die Begegnungen mit anderen Musikern. Auch alles, was rund um uns herum passiert und was wir erleben, auch Interviews wie dieses, hat Einfluss auf unsere Musik. Das ist nicht mehr genauso wie vor 40 Jahren. Die Begegnungen und die Freude haben ebenso Einfluss wie die neue Generation von Musikern, mit denen wir zusammenarbeiten.

Sie bringen ihre Energie und neue Elemente mit ein. Wie sind Sie auf Idee für die Zusammenarbeit mit dem Rapper Fiarso gekommen?

Bouchikhi: Das ist wie so oft passiert: Man ist zufällig zusammen im Studio – egal ob Musik- oder Fernsehstudio – und man langweilt sich. Dann improvisiert man gemeinsam und das hat dann gezündet. Aus diesem Grund haben wir entschieden, mit ihm diese Aufnahme zu machen.

Sie treten mit einer großen Band auf. Wie behält man da den Überblick?

Bouchikhi: Das kommt ganz natürlich. Da gibt es einfach Verbindungen zwischen uns. Weil wir uns schon so lange kennen, genügt ein Blick oder eine Geste und jeder weiß, wo es langgeht.

Stimmt es, dass Sie nicht wirklich proben?

Bouchikhi: Das ist die Wahrheit.

Warum?

Bouchikhi: Die Frage stellen wir uns gar nicht.

Sie sind sehr stolz auf ihre Gypsy-Herkunft und fühlen sich auch als Vermittler dieser Kultur. Wie wird dies auf Ihren Konzerten sichtbar?

Bouchikhi: Es ist wie ein Mosaik, das ich zusammenfüge und auch zusammenhalte.

Als „Gypsy Kings“ feierten Sie große Erfolge. Den Namen dürfen Sie nun nicht mehr verwenden. Wie fühlt es sich nun an, als „The original Gypsies“ aufzutreten?

Bouchikhi: Die Flasche spielt keine Rolle, wichtig ist der Inhalt.

Das heißt, der Bandname ist auch kein Seitenhieb auf die in den USA lebenden und auftretende Mitglieder der ursprünglichen „Gipsy Kings“?

Bouchikhi: Für uns nicht.

Wie ist es für Sie, dass in den USA noch eine Band mit teilweise den gleichen Liedern auftritt?

Bouchikhi: Sie tun mir leid.

Gibt es Voraussetzungen, unter denen Sie sich eine Reunion vorstellen könnten, oder ist dies ausgeschlossen?

Bouchikhi: Seit eh und je ist die Tür offen, sie müssen sich nur melden.
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